Kirche Maria Schnee

Auf der Fahrt nach Umhausen fällt die kleine Kirche mitten in den Wiesen auf. Aus der Chronik geht hervor, dass im 17. Jahrhundert etwa 100 m südlich eine gotische Maria Hilf–Kirche (erbaut 1648) stand, umgeben von mehr als 30 Gehöften.
Von Muren ständig bedroht, immer wieder teilweise zerstört und neuerlich aufgebaut, brannte das Kirchlein im Jahre 1777 durch Blitzschlag aus, ebenso 28 Gehöfte. Die Siedlung wurde verlegt, die Kirchenruine 1791 durch eine Mure restlos zerstört. Die Bewohner von Östen wollten ihr altes Gotteshaus aber nicht aufgeben und dachten trotz (oder gerade wegen) der Wirren der Napoleonischen Kriege an einen neuen Kirchenbau. Aus Sicherheitsgründen wurde der heutige Standort gewählt. Der Bau entstand um 1796, „da Tyrol von Feinde der Franzosen umzinglet wahr“, wie es die Deckeninschrift dokumentiert, und am 5. August 1797 eingeweiht.

Maria Schnee ist ein Barockbau mit großartiger Rokokoausstattung. Der Hochaltar zeigt Darstellungen des hl. Florian und seines Gefährten Longinus. Den Aufsatz zieren Gottvater sowie die Heiligen Barbara und Katharina. Die Fresken stammen von Gabriel Thenig. Die Darstellungen zeigen den hl. Nepomuk, Patron bei Hochwassergefahr, und die Bauernheiligen Isidor und Notburga, in ihrer Mitte Maria.

Alle Heiligenfiguren und Bilder, sogar das ursprüngliche Altarblatt, konnten aus dem alten Gotteshaus gerettet werden. Beide Altarbilder zeigen die Entstehungslegende der Kirche Maria Maggiore am Esquilin in Rom. An einem 5. August soll dort Schnee gefallen sein. Die Bevölkerung deutete dies als Zeichen für einen Kirchenbau. Das reich verzierte barocke Vortragskreuz wird bei den Bittgängen heute noch mitgetragen. Zur 200-Jahr-Feier großzügig renoviert ist Maria Schnee heute eine vielbesuchte Wallfahrts– und begehrte Hochzeitskirche.

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